Ausschreibungen für Offshore-Windenergie

Durch das am 1. Januar 2017 in Kraft getretene Windenergie-auf-See-Gesetz (WindSeeG) wurde seitens der Bundesregierung erstmals wettbewerbliche Ausschreibungen für den Ausbau von Offshore-Windenergie in Deutschland eingeführt.

Die Branche erwartet sich von den Ausschreibungen signifikante Kostensenkungen für die Offshore-Windenergie für Anlagen, die ab 2021 an das Stromnetz angeschlossen werden.  

Übersicht über die Ausschreibungen für Windenergie auf See

Am 1. April 2017 und am 1. April 2018 finden die ersten Ausschreibungen für Windenergie auf See in Deutschland im sog. Übergangssystem statt. Hierbei treten bereits existierende Windparkprojekte gegeneinander an. Ab 2021 finden die Ausschreibungen im sog. zentralen System vorgenommen. Dieses sieht vor, dass das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) Flächen für Offshore-Windparks (OWP) vorentwickelt und die Ausschreibungsteilnehmer anschließend auf diese Flächen bieten. Die Bundesregierung hat bei Offshore-Windenergie, anders als bei anderen Erzeugungsarten der erneuerbaren Energien, das Übergangssystem eingeführt, um den großen Vorinvestitionen und langen Planungszeiträumen bei OWPs gerecht zu werden. Durch das Übergangssystem soll vermieden werden, dass zu viele bereits weit entwickelte Projekte neu vergeben werden müssen.

In den zwei Ausschreibungsrunden im Übergangssystem werden insgesamt 3.100 MW ausgeschrieben, die in den Jahren 2021-2025 in Betrieb genommen werden sollen. An diesen Ausschreibungsrunden können nur Projekte teilnehmen, die bis zum 1. August 2016 bereits genehmigt oder erörtert wurden und sich im Küstenmeer oder den Clustern der Zonen 1 und 2 befinden. In der Tabelle sind die gemäß BSH bereits genehmigten und erörterten Projekte aufgeführt. In der Nordsee sind zehn Projekte in den jeweiligen Zonen genehmigt und weitere fünf Projekte erörtert. In der Ostsee ist ein entsprechendes Projekt genehmigt und sieben weitere wurden bereits erörtert.

Übersicht der Offshore-Windpark-Projekte im Übergangssystem

In den Ausschreibungsrunden des Übergangssystems müssen insgesamt mindestens 500 MW in der Ostsee bezuschlagt werden. Insgesamt darf kein Gebot einen Höchstpreis von 12 ct./kWh überschreiten. An der zweiten Ausschreibungsrunde im April 2018, dürfen nur jene Projekte teilnehmen, die auch in der ersten Runde ein Gebot abgegeben haben. Es besteht die Möglichkeit, Gebote in den Übergangsausschreibungen mit Hilfsangaben zu versehen. Dies wird relevant, wenn dem ursprünglichen Gebot nicht mehr in vollem Umfang ein Zuschlag erteilt werden kann, da nach Bezuschlagung anderer Mitbewerber nicht mehr ausreichend Ausschreibungsvolumen oder genügend freie Anbindungskapazität zur Verfügung steht. Für diesen Fall kann eine gegenüber dem Ursprungsgebot geringere Mindestgebotsmenge angeben werden, bis zu der der angegebene Gebotswert noch gilt, womit praktisch für eine Mengenspanne geboten wird. Zudem kann mittels eines Hilfsgebotes auch ein separater anzulegender Wert für eine kleinere Gebotsmenge geboten werden.

Eine finanzielle Entschädigung ist für die, die in den Übergangsausschreibungen nicht zum Zuge kommen nicht vorgesehen. Lediglich für Inhaber „bestehender Projekte“, welche in beiden Übergangsausschreibungen erfolglos bleiben, sieht das WindSeeG bis zum Jahr 2030 ein Eintrittsrecht für die Ausschreibungen im zentralen System vor. Das Eintrittsrecht besteht für im zentralen Modell ausgeschriebene Flächen, die sich mit der Fläche des aufgegebenen Projektes vollständig oder überwiegend überschneiden. Es entsteht dann ein Eintrittsrecht für die gesamte ausgeschriebene Fläche. Zusätzliche Voraussetzung ist, dass der Bieter auch für die betreffende Ausschreibung im zentralen System ein Gebot abgegeben hat. Wird das Eintrittsrecht ausgeübt, geht der Zuschlag, der dem Bieter für diese Fläche erteilt wurde, auf den Eintrittsberechtigten über, der daraufhin die im zentralen System anfallende Sicherheit zu leisten hat und die Planung und Errichtung des Projekts fortsetzen kann, d.h. der ursprüngliche „Inhaber“ des Projektes, kann zum bezuschlagten Gebot den OWP selber bauen.  

Ab 2021 sollen dann jährlich 700 bis 900 MW für die Inbetriebnahme in den Jahren 2026-2030 ausgeschrieben werden, um das aktuelle Ausbauziel der Bundesregierung von 15 GW im Jahr 2030 zu erreichen (siehe Tabelle für Übersicht).

Ausschreibungen für Offshore-Windenergie 2021-2030
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